Wer ist Gott? Teil 3 - Die Antwort

3. Fortsetzung der
Überlegungen von Dipl.Math. Ulrich Meyer,  November 2013
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Ergebnisse aus den letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Die Hauptgrundlage dieses Artikels ist das Buch "Der grosse Entwurf" von Stephen Hawking.
                                                                                                                                                                      Der grosse Entwurf

Bei unklaren Fachbegriffen kann man durch Anklicken zu einer Erklärung im Internet weitergeleitet werden oder man sucht danach bei Google oder YouTube.


Inhalt:
1. Unser Universum
2. Relativitäts- und Quantentheorie
3. Von der Stringtheorie zur M-Theorie
4. Leerer Raum ist nicht leer
5. Der Urknall
6. Die kosmische Evolution
7. Die Antwort
8. Fazit
9. Anmerkungen


1. Unser Universum

 Bei der Suche nach einer Antwort zu der Frage "Wer ist Gott?" müssen wir uns noch einmal anschauen, wo wir leben. Nach dem derzeitigen Wissensstand besteht unsere Galaxie (altgriechisch: γαλαξίας, galaxías Milchstraße‘) aus 300 Milliarden Sonnensystemen. Und unser Universum besteht aus 100 Milliarden solcher Galaxien, d.h. unser Universum  besteht aus 30 000 000 000 000 000 000 000 (= 3 x 10²²) Sonnensystemen. Dies ist eine unglaubliche Größe und die soll nach der Urknalltheorie aus einem einzigen Punkt entstanden sein. Das ist schwierig zu verstehen und bedarf daher weiterer Erklärungen.
Die Menschheit war bisher nur in der Lage einen winzigen Teil unseres Sonnensystems durch die Mondlandungen direkt durch Menschen zu erkunden. Weitere Planeten unseres Sonnensystems konnten bisher durch zum Teil jahrelange unbemannte Raketenflüge näher beobachtet werden. Andere Sonnensysteme und Galaxien können durch immer besser werdende Teleskope und anderen Messinstrumenten auf der Erde oder wie das Hubble-Teleskop aus dem näheren Weltraum beobachtet werden, um unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse zu erweitern. Und diese Beobachtungen reichen in immer tiefere Weiten des Universums. Anderseits werden durch Teilchenbeschleuniger, wie z.B. das CERN in Genf, der Aufbau unserer Materie immer weiter erforscht. Daraus lassen sich immer genauere Schlüsse zur Urknalltheorie herleiten.
Damit kommen wir zur Frage, wer hat diesen Urknall ausgelöst? War es unser Schöpfer, unser Gott?


2. Relativitäts- und Quantentheorie

Albert Einstein hat mit der Relativitätstheorie   (Anmerkung [1])  eine Erklärung für die Struktur unseres Universums gefunden. Diese ist eine vier-dimensionale Raumzeit, den drei Raumdimensionen und der Zeit als vierte Dimension, in der der Raum gekrümmt ist. Mit unseren herkömmlichen Sinnesorganen, wie z. B. unseren Augen, können wir so eine Struktur nicht sehen. (Siehe: "Die Welt ist anders, als wir sie sehen!"). Ähnlich geht es uns bei der Beobachtung in die mikroskopische Richtung. Unsere Materie besteht aus Atomen, die aus einem Atomkern von Protonen und Neutronen bestehen um den Elektronen in sogenannten Orbitalen herumfliegen.
Betrachten wir einen Eisenblock. Dessen Oberfläche ist fest und unbeweglich starr. Könnten wir nun einen Punkt auf dieser Eisenoberfläche in einer immer größer werdenden Ansicht betrachten bis wir zur Betrachtung einzelner Eisenatome kämen, würden wir dann die um den Kern schwirrenden Elektronen sehen. Dies ist dann nicht mehr so starr und unbeweglich, wie der Eisenblock unseren Augen erscheint. Unsere Augen können aber nur Dinge sehen, die größer als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts sind, da diese eine Störung in einem Lichtstrahl hervorrufen. Die oben beschriebene Betrachtung eines Atoms ist daher nicht möglich. Mit Hilfe der Quantenmechanik hat die Wissenschaft eine Methode entwickelt mit der beobachtete Phänomene im atomaren und subatomaren Bereich erklärt werden können. Eine der wichtigsten Postulate der Quantenmechanik ist die Heisenberg'sche Unschärferelation. Sie besagt, dass man nicht gleichzeitig bestimmte Paare physikalischer Eigenschaften, wie z.B. den Ort und den Impuls, also die Geschwindigkeit, eines Teilchens bestimmen kann. Die Gründe dafür liegen in der Wellennatur der Teilchen. Der Aufenthalt eines Elementarteilchens kann nur in einem wahrscheinlichkeitsbedingten Bereich bestimmt werden. In der Welt der Quantenmechanik treten Phänomene auf, die bei unserem täglichen Leben als Zauberei empfunden würden. So kann z. B. ein Elementarteilchen zugleich an zwei verschiedenen Orten sein. Wäre unser Leben wie in der Quantenwelt, würden wir andere Personen und Gegenstände nur in einer Art Wolke erleben. Dank der Heisenberg'schen Unschärferelation könnte die Verkehrspolizei keine Autofahrer mehr wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen überführen, da sie nicht gleichzeitig ein Auto orten und dessen Geschwindigkeit bestimmen könnten. Es ist doch wohl besser, dass sich unser Leben in unserer alt bekannten Umgebung abspielt.
Die Wissenschaft hat mit physikalischen Theorien insbesondere der Relativitätstheorie und der Quantentheorie die Vergangenheit unseres Universums zurückverfolgen können, dass dieses vor 13,7 Milliarden Jahren aus einem Urknall heraus aus einem winzigen Punkt entstanden sein muss. Dieser Punkt ist mathematisch eine Singularität, d. h. mit unendlichen Werten. Die Krümmung des Raumes durch die Gravitation nach der Relativitätstheorie hätte in der Urknallsingularität einen unendlichen Wert, mit dem man mathematisch nichts berechnen kann. Durch die Winzigkeit des Urknallpunktes müssten dort auch Quanteneffekte der Quantentheorie auftreten. Dabei gibt es nur ein Problem, dass die Relativitätstheorie und die Quantentheorie unterschiedliche Theorien sind, die völlig unabhängig voneinander sind und die keine gemeinsamen Schnittpunkte haben. Es gibt keine Problemfelder, die gleichzeitig von der Relativitätstheorie und der Quantentheorie gelöst werden können.
Das Problem der Unvereinbarkeit von Relativitäts- und Quantentheorie hatte sich auch schon bei dem Vorhaben gezeigt, unsere 4 Naturkräfte, die schwache und starke Kraft, die elektromagnetische Kraft und die Gravitationskraft zu vereinbaren. Die schwache und elektromagnetische Kraft konnten 1967 (von Abdus Salam und Steven Weinberg) mit einer Theorie zur elektroschwachen Kraft vereinigt werden. Eine Verbindung mit der starken Kraft wurde mit dem sogenannten Standardmodell erreicht. Damit waren die sogenannten Kernkräfte (bezogen auf Atomkern) verbunden. Allerdings gelang es bisher noch nicht die Gravitation dazu einzubeziehen. Dies spiegelt den Konflikt zwischen Relativitäts- und Quantentheorie wieder.


3. Von der Stringtheorie zur M-Theorie

Bei der weiteren Suche nach Erklärungen über unser Universum und insbesondere des Urknalls suchen die Wissenschaftler daher nach einer einheitlichen übergeordneten Theorie, die die bisherigen Theorien wie z.B. Relativitätstheorie und Quantentheorie als Teile enthalten (Siehe: "Wer ist Gott? Teil 2"). Mit der sogenannten Stringtheorie scheint man der Sache näher gekommen zu sein. Die Stringtheorie besagt, dass die Elementarteilchen, also die Grundbausteine, aus dem unserer Universum besteht, keine Punkte sind sondern sogenannte Strings (englisch: ‚Schnur‘, ‚Strang‘, ‚Saite‘, ‚Kette‘), das sind eindimensionale Linien oder Fäden, die schwingen können. Mit dieser Annahme, dass wir aus solchen schwingenden Schnürchen bestehen, muss man sich erst anfreunden. Aber je länger man sich mit der Stringtheorie beschäftigt, je besser kann man sich diesen Sachverhalt vorstellen. Man bedenke auch, dass nach der Einstein'schen Formel E = mc² aus der speziellen Relativitätstheorie jedes Materieteilchen gleich einer Energie entspricht, die mit einem schwingendem String anschaulich dargestellt wird. Mit der Stringtheorie hat sich ergeben, dass diese Strings nur in einem 10-dimensionalen Raum mathematisch stabil existieren können. Es haben sich auch verschiedene Stringtheorien ergeben, die bei verschiedenen Problemen entsprechende Lösungen liefern. Wenn man auch noch die Gravitationstheorie mit einbezieht, benötigt man sogar einen 11-dimensionalen Raum für die Strings. Diese höher dimensionalen Räume erscheinen einem zuerst schwer verständlich. Sie werden aber verständlicher, da die weiteren Dimensionen neben den drei Raum-Dimensionen und der Zeit-Dimension sogenannte klein aufgerollte Dimensionen sind, die wir nicht sehen können. Diese aufgerollten Dimensionen können mathematisch beschrieben werden und werden als Calabi-Yau-Räume oder Calabi-Yau-Mannigfaltigkeiten bezeichnet. Eine aufgerollte Dimension hat man sich folgendermaßen vorzustellen. Wenn man zwischen zwei Bäumen eine Schnur spannt, so erscheint diese aus gewisser Entfernung als eine ein-dimensionale Linie. Jeder Punkt dieser Linie kann durch den Abstand als eine Koordinate von einem der zwei Bäume bestimmt werden. Wenn nun z.B. eine Ameise auf dieser Schnur laufen würde, könnte sie nicht nur entlang der Schnur laufen sondern auch um die Schnur herum. Um den exakten Standort einer Ameise auf der Schnur zu bestimmen benötigt man dann neben dem Abstand von einem der Bäume auch einen Wert, der den Standort der Ameise um die Schnur herum bestimmt. Dieses System beschreibt dann einen zwei-dimensionalen Raum aus einer großen und einer klein aufgerollten Dimension. Die aufgerollten Dimensionen in den Stringtheorien haben ein Größe von der Planck-Länge, die eine Größenordnung von 10-35 m (Anmerkung [2]) hat, also unvorstellbar klein und auch viel kleiner als Atome. Diese Größenordnung kann von unseren Wahrnehmungsorganen gar nicht aufgenommen werden. Wie schon gesagt, gibt es unterschiedliche Stringtheorien und zwar fünf, die jede für sich einen Teilbereich von physikalischen Problemen erklären kann. Die M-Theorie ist nun eine Zusammenfassung dieser fünf Stringtheorien. Sie ist damit keine Theorie wie im gewohnten Sinn, sondern man muss sich das so vorstellen wie die Kartendarstellung unserer Erde. Wenn man unsere Erde auf einer einzigen Karte darstellen will, wie z.B. bei einer Mercator-Projektion, sind die Größenordnungen von Gebieten an den Polen und am Äquator wegen der Kugelform der Erde verzerrt. Um die Erde ohne Verzerrungen darzustellen muss man mehrere Karten nehmen, die dann z.B. nur einzelne Kontinente abbilden. Alle Karten zusammen geben dann ein wahreres Abbild der Erde wieder. So muss man sich auch die M-Theorie vorstellen, deren fünf Stringtheorien damit alle physikalischen Situationen in unserem Dasein abdecken und erklären können. Jedenfalls hat sie schon viele früher problematische physikalische Situationen mit korrekten Werten vorhersagen können. Mit dieser M-Theorie gibt es wohl die einzigste Möglichkeit die Relativitäts- und Quantentheorie zu verbinden und damit den Urknallpunkt so zu erklären, dass für diesen endliche Werte und insbesondere ein endlicher Gravitationwert vorhergesagt werden kann.


4. Leerer Raum ist nicht leer

Betrachten wir mal einen vollkommen leeren Raum und würden wir mal das gleiche Szenarium durchspielen, wie oben beschrieben mit dem Eisenblock. Beim ersten Betrachten des leeren Raumes sähen wir gar nichts. Wenn wir uns dann entsprechend wie bei dem Eisenblock einem winzigen Punkt in der Leere nährten, würden wir plötzlich aufgewirbelte Teilchen sehen. Das ist dann schon wieder so ein Phänomen, das unseren Sinnesorganen total widerspricht, weil der leere Raum plötzlich nicht mehr leer wäre. Es gibt nämlich nach der Heisenberg'schen Unschärferelation keinen leeren Raum. Denn bei einen leeren Raum wäre der Wert eines Feldes exakt null und ebenfalls die Änderungsrate des Feldes gleich null, da der Raum ja leer ist. Da die Unschärferelation aber einen exakten Wert dieser zwei Merkmale gleichzeitig nicht zulässt, kann es diesen Zustand nicht geben. Es muss eine minimale Energie existieren, die dann als Vakuum bezeichnet wird. Diese oben beschriebenen aufgewirbelten Teilchen werden als Vakuumfluktuationen bezeichnet. Nach Einsteins Aequivalenzgleichung von Masse und Energie E = mc² kann Energie in Materie umgewandelt werden. Da treten plötzlich Teilchenpaare (Teilchen mit seinen Antiteilchen) ins Dasein um sich zu trennen, in dem sie sich etwas Energie aus dem Vakuum "borgen" und sehen sich die Umgebung kurz an, um dann wieder zusammenzukommen und um sich unter Abgabe der "geborgten" Strahlenenergie zu annihilieren, d.h. sich in Nichts aufzulösen. Der Vorgang dauert nur 10 -21 Sekunden und spielt sich in einem kleinen Raum von ca. 10 -10 cm ab. Diese Teilchen werden als virtuelle Teilchen bezeichnet. Sie können in einem Teilchendetektor nicht direkt beobachtet werden. Doch die Wirkung ihrer Energien beeinflussen z.B. Elektronenbahnen, d.h. sie wurden nachgewiesen.


5. Der Urknall

Im Vakuum bildet sich aufgrund der Vakuumfluktuation ein sogenannter Quantenschaum. Aus diesem bilden sich aus einer Art von Kristallisationspunkten Teilchenansammlungen. Aus diesen entstehen im "leeren Raum" spontan laufend Universen, die sich aber abhängig von ihren Ausgangsbedingungen unterschiedlich entwickeln. Stephen Hawking vergleicht diesen Vorgang mit der Dampfblasenbildung in kochendem Wasser, was sehr anschaulich ist. Diese entstandenen Universen sind dann Multiversen, also viele Universen. Die Meisten sind sehr klein, mikroskopisch klein, und sie verschwinden fast sofort wieder. Einige werden jedoch etwas größer und zwar so groß, dass sie nicht mehr in sich zusammenfallen können. Die Materie dieser Universen ist äußerst kompakt. Bei diesen kommt es dann zu einer sogenannten Inflation, einer riesigen Vergrößerung in einer sehr kurzen Zeitspanne mit einer sehr hohen Temperatur. Diese Inflation wird bei jedem, der sich weiter vergrößernden Universen, unterschiedlich ausfallen. Ausgehend von den Anfangsbedingungen des Entstehens der verschiedenen Universen gibt es unterschiedliche Materieansammlungen und Geschwindigkeiten des Ablaufs und anderer Faktoren, so dass jedes Universum eine unterschiedliche Weiterentwicklung hat. Nach der M-Theorie sind die mathematischen Möglichkeiten für die Ausbildung der Dimension zwar beschränkt aber auf eine sehr große Anzahl von bis zu 10500 Möglichkeiten. Bei jedem der gebildeten Universen entscheidet dann die Auswahl der Dimensionen und deren teilweise Auf- und Entwicklung, in klein aufgewickelte und große Dimensionen, welche Naturgesetze dieses Universum dann bestimmen. Bei unserem Universum haben sich 11 aufgewickelte Dimensionen gebildet, von denen sich dann vier zu großen Dimensionen entwickelt haben, den drei Raum- und der einen Zeit-Dimension. Dadurch wurden unsere Naturgesetze und die Naturkräfte festgelegt, die unsere Wissenschaft mit der Zeit nach und nach erkundet und nachgewiesen haben zur Erklärung unserer näheren und weiteren Umgebung.
Bei unserem Universum begann die Inflation nach einer micromalen Zeit nach ihrem Entstehen etwa zum frühesten berechenbaren Zeitpunkt, der Planck-Zeit, von  10-43 Sekunden
. Nach 10-39 Sekunden hatte das Universum eine Temperatur von 100 Milliarden Milliarden Milliarden Grad Kelvin (1029 K). Zum Vergleich hat unsere Sonne eine Temperatur von 5.800 K. Die Inflationsvergrößerung soll eine Ausdehnung um den Faktor 1030 bis 10100 in einer Zeitspanne von 10-30 Sekunden betragen haben. Stephen Hawking führt zur Veranschaulichung den Vergleich von der Vergrößerung einer 1 Cent Münze auf das 10 millionenfachste unserer Milchstraßen Breite in diesem äußerst minimalen Zeitraum.
Hawking hatte bei seiner Hawking-Strahlung schon gezeigt, dass die emittierten Teilchenpaare der Vakuumfluktuation z.B. am Rande von schwarzen Löchern sich nicht unbedingt wieder gegenseitig vernichten. Bei der Inflation steht den Teilchen aufgrund der großen Temperatur genügend Energie zur Verfügung, dass sie sich nicht mehr gegenseitig vernichten müssen und sich so zu realen Teilchen umwandeln konnten. Bei unserem Urknall war nach 10-6 Sekunden die Temperatur auf 1013 K abgesunken. Es blieben immer mehr ungepaarte Teilchen wie Quarks und Antiquarks zurück. Dabei muss sich eine anfangs nur kleine Asymmetrie verstärkt haben, dass mehr Quarks als Antiquarks erhalten blieben, die sich im Dreierpack zu Protonen und Neutronen zusammenfügten. Vor Ablauf der ersten Sekunde fing die Synthese der ersten Atome an. Es wurden dabei zu 75% Wasserstoff, zu 24% Helium und ein geringer Anteil Lithium gebildet. Größere Atome entstanden erst viel später nach weiterer Abkühlung, so ein paar 100.000 Jahre nach dem Urknall bei Kernfusionen explodierender Sterne wie Supernovas.
Hier eine Tabelle zum Zeitablauf des Urknalls.

Zeitablauf nach dem Urknall
Zeit                        |    t = 0*         10-39s        10-6s        1s          1h          7d            1a         105 a
___________________________________________________________________________________________
Temperatur  K        |      ∞              1029          1013       1010      2x108   17x106     2x106    5800
Materiedichte **    |      ∞              1084                       5x10-5                    10-6       <10-9      10-19
Druck  atm             |      ∞                                              1021                      109          106
Auftreten von ***  |                    Inflation      q,e,p,n       H           He                                   Sterne

_______________________________________________________________________________________________________
*) ∞ = Singularität, s = Sekunden, h = Stunden, d = Tage, a = Jahre
**)  g/m
***)  q = Quarks, e = Elektronen und Positronen, p = Protonen, n = Neutronen, H = Wasserstoff, He = Helium
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Bei der Inflation unseres Universums sollte sich die Materie normalerweise homogen also gleichförmig ausgedehnt haben. Wir empfangen aber heute noch durch die sogenannte Hintergrundstrahlung ein Bild unseres Universums nachdem es sich nach dieser Inflation abkühlte. Diese Hintergrundstrahlung (Hier neue Karte der ESA) ist eine schwache Mikrowellenstrahlung von Photonen so ab 15 Sekunden nach dem Start des Urknalls, die wir heute noch bei unseren Fernsehern an dem Schneerauschen sehen können, wenn dort kein richtiger Kanal mit einer stärkeren Strahlung eingestellt ist.

Hier ein gelinktes Bild zu Wikipedia:
Temperaturschwankungen in der Hintergrundstrahlung, aufgenommen durch die Raumsonde WMAP (Mission 2001–2010)


                                 Hintergrundstrahlung

Das zeigt, wie wir heute noch Informationen aus der Vergangenheit bekommen können. Bei einem Abbild (s.o.) dieser Hintergrundstrahlung ist die Materieverteilung aber nicht so homogen wie oben angenommen. Es gibt Gebiete mit minimaler leicht höherer und niedrigerer Materiedichte. Dies ist wieder eine Folge der Vakuumfluktuationen. Bei der weiteren Ausdehnung unseres Universums folgt daraus, das aus diesen Materieverdichtungen Sterne und damit auch die Galaxien entstehen konnten.
Bei der Erforschung unseres Universums gab es früher unterschiedliche Vermutungen, wie die Weiterentwicklung von diesem ist. Es hat sich in der Vergangenheit, was nachgemessen wurde, immer weiter ausgedehnt. Dies könnte irgendwann zum Stillstand kommen und dann konstant bleiben oder das Universum könnte sich wieder zusammenziehen und irgendwann verschwinden. Heute ist man der Meinung, dass sich das Universum ständig und immer schneller ausdehnt. Über ein mögliches Ende kann daher immer noch spekuliert werden.

6. Die kosmische Evolution

Mit dem Urknall wurden die Dimensionen und damit die Naturgesetze mit ihren Naturkonstanten für unser Universum festgelegt, die die weitere Entwicklung bestimmten. Die Bildung der Sterne und Galaxien dauerte noch einige Zeit an. So wird unsere Milchstraße mit ihrem Zentrum nach 800 Millionen Jahren und die äußere flache Scheibe nach rund 8 Milliarden Jahren entstanden sein. Die chemischen Elemente insbesondere der Kohlenstoff wurden, wie schon gesagt, nach ein paar 100.000 Jahren in kollabierenden und explodierenden Sternen gebildet und dann im Raum verteilt, so dass sie bei der Neubildung von Sternen beitragen konnten. So wurde im Laufe der Zeit Materie im Universum verteilt und die Bildung und das Sterben von Sternen nahm seinen Lauf. Daher haben wir, wie zu Anfang beschrieben, diese riesige Anzahl von Sonnensystemen. Die Planeten umkreisen diese Sonnen in elliptischen Bahnen. Es gibt auch Doppelsterne, wo die Planeten in einer Achterbahn abwechselnd um den einen dann um den zweiten Stern fliegen. Unsere Erde umkreist die Sonne in einer ganz schwach elliptischen Bahn, d.h. sie bewegt sich fast in einer Kreisbahn. Damit ist eine Voraussetzung geschaffen, dass es auf unserer Erde Leben gibt. Denn so haben wir eine ziemlich konstante Temperatur auf unserem Planeten, deren Höhe durch den Abstand zur Sonne bestimmt wird. Bei einer elliptischen Bahn gibt es dagegen beim Umlauf große Temperaturschwankungen, die lebensfeindlich sind. Wir haben so auf unserer Erde sehr spezielle Bedingungen, die unser Leben erlauben. Durch die chemischen Elemente, wie hauptsächlich Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff, haben wir Verbindungen, die bei unserer relativ konstanten Temperatur Leben möglich machen. Da ist einmal Wasser H2O, das zwischen 0 ºC  und  100 ºC flüssig ist. Dann kann der Kohlenstoff feste Verbindungen eingehen, aber in Form von Kohlendioxid CO2 gasförmig sein. Zusammen mit den Gasen Sauerstoff O2 und Stickstoff N2 sind das die Hauptbestandteile unserer Atmosphäre. Schließlich bestimmt die Größe unserer Erde und damit ihre Anziehungskraft (Gravitation) die Größenordnung der Lebewesen. Dies sind alles wichtige Voraussetzungen, die für unser Leben, wie es nach der Evolution entstehen konnte, notwendig sind. Da kommt natürlich die Frage auf, ob es weiteres Leben in unserem Universum gibt. Da müssen einerseits diese speziellen Bedingungen eines Planeten stimmen, die Leben ermöglichen, die alle zusammen nicht eine große Wahrscheinlichkeit haben, aber anderseits gibt es diese unvorstellbare große Anzahl von Planeten, dass das Vorkommen von gleichen Lebensbedingungen wieder wahrscheinlicher macht. Daher ist dies Frage wohl z.Z. nicht zu beantworten. Man kann jedenfalls die Entwicklung unseres Universums vom Urknall bis zu dem heutigen Stand mit den Galaxien, Sonnensystemen und unserer Erde als eine Art kosmischer Evolution bezeichnen, die nun schon 13,7 Milliarden Jahre andauert.

Wir haben damit eine regelrechte Evolutionsreihe gebildet.
1. Die kosmische Evolution
2. Die Evolution des Lebens nach Darwin auf unserer Erde
3. Die Informationsevolution bis zum Internet (Siehe: "Das Internet, das vorläufige Ende einer Informationsevolution" - (Anmerkung [3]) )
Diese gehen in einander über und bilden damit eine durchgehende Reihe.

Dann ist noch ein wichtiges Faktum zu bemerken. Die Energie unseres Universums kann bestimmt werden und diese berechnet sich zu Null. Das begründet sich zum Teil darauf, dass die Gravitation eine negative Energie ist, da man z.B. Kraft aufwenden muss um einen Planeten von einem Stern weg zu ziehen. Dies entspricht dem Energieerhaltungssatz, der grundsätzlich gilt. Und damit hat der Zustand vor unserem Urknall mit Energie null und dem jetzigen Energiegehalt des Universums von null die gleichen Energiewerte. Eine weitere wissenschaftlich begründete Argumentation für unsere Ausführungen.


7. Die Antwort

Wir haben nun die Grundlage geschaffen um zu unserem Ergebnis zu kommen und die Frage zu beantworten "Wer ist Gott?".

Die Antwort ist: Es mag sicherlich einen Gott geben, wie z.B. Karel Gott, aber es gibt keinen Gott als Schöpfer unseres Universums und der Menschheit.
Also nochmal in Kurzform:
Gott existiert nicht. Er ist reine Illusion. - (Anmerkung [4])

Begründung: Nach den oben aufgeführten wissenschaftlich begründeten Argumenten ist unser Universum neben anderen Universen spontan aus dem Nichts durch die Vakuumfluktuationen entstanden und hat sich selbstständig weiter entwickelt. Nach dem Urknall eignete sich das Universum nach den gegebenen Möglichkeiten aus seinen Anfangsbedingungen, wie der gebildeten Gesamtmasse und Geschwindigkeit der Expansion, eine der möglichen Strukturen mit den auf- und  entwickelten Dimensionen an und damit wurden die Naturgesetze und Naturkonstanten unseres Universums festgelegt. Aus diesen Voraussetzungen entwickelte sich dann unser Universum in einer unglaublichen Vielfältigkeit, so dass es mehrfach milliardenfache Variationen für Sonnensysteme gibt. Die große Masse des Universums mit ihren vielen Galaxien konnte beliebig aus dem Nichts durch die Teilchenpaarentstehung geschöpft werden. Dabei wird Materie zum Teil in negative Energie wie die Gravitation umgewandelt, so dass im Endeffekt die Gesamtenergiebilanz des Universums gleich null bleibt wie zu Beginn des Urknalls und damit der Energieerhaltungssatz bestätigt bleibt. In dieser riesigen Anzahl von Möglichkeiten von Sonnensystemen war es dann möglich, dass so ein Planet wie der unsere entstanden ist, auf dem Bedingungen herrschen, dass in einem Evolutionsprozess das Leben entstehen konnte, was wir heute haben. Dies konnte alles selbständig ablaufen ohne eine äußere Beeinflussung, also ohne, dass wir einen Schöpfer brauchen.

Unsere Begründung für die Nicht-Existenz von Gott beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und hat damit doch eine andere Qualität, als die Begründung von Hans Küng mit seinem Buch "Existiert Gott?", wo dieser die Existenz von Gott bewiesen haben will, weil im Laufe der Menschheit bei allen möglichen philosophischen Richtungen der Mensch trotzdem an Gott glaubt. Das ist kein Beweis im Gegensatz zu den oben aufgeführten Erkenntnissen.

Mit der obigen Begründung fällt auch Einiges weg, was mit einem Gott als Schöpfer einige Probleme bereitet. Da wäre einmal die Frage, wenn Gott unser Schöpfer ist, wer hat dann Gott erschaffen? Und dies könnte man weiterführen wie bei einer russischen Matrjoschka Puppe nur mit unendlichem Ausgang.
Weiter wäre bei einem Gott als Schöpfer die Frage, warum dieser Schöpfer, der ja als Schöpfer ein guter Architekt sein sollte, so ein riesiges Universum geschaffen hat um auf einen winzigen Punkt darauf, unserer Erde, Leben zu erschaffen. So ein Vorgehen müsste heute von der Grünen Partei als ökologisch total unwirtschaftlich abgelehnt werden. Also meiner Meinung nach wäre dies ein ganz mieses Zeugnis für diesen Architekten Gott.
Logisch sinnvoller ist unsere Erklärung, dass diese große Auswahl an Planeten mit ihren unterschiedlichen Bedingungen einen speziellen Planeten wie unsere Erde lieferte mit der Möglichkeit für die Entstehung unseres Lebens durch die Evolution.


8. Fazit

Das Ergebnis unserer Forschung wird den Religionen sicher nicht gefallen, da sie damit quasi ihrer Existenz beraubt werden. Sie werden sicher wieder mit nicht stichhaltigen Argumenten polemisch dagegen halten. Aber die Vergangenheit hat doch immer wieder gezeigt, dass die Kirche den wissenschaftlichen Erkenntnissen zuerst widersprochen haben (siehe z.B. Galileo Galilei), diese aber dann meist wiederwillig annehmen mussten (Siehe: "Wer ist Gott? Teil 1 - 6. Fazit"). Im Endeffekt wird die M-Theorie, wo noch Einiges weiter erforscht werden muss, eines Tages den selben Status haben wird wie die Relativitätstheorie, d.h. sie wird als total wahre Theorie anerkannt werden um unsere Natur zu beschreiben. Dann wird es schwierig für die Religionen. So werden z.B. die Kirchen mit Schadensersatzklagen zu tun haben, weil sich die Menschen betrogen fühlen mit einer falschen Wahrheit eines Gottes, der nicht existiert, und sie werden u.U. ihre Kirchensteuer zurückverlangen.

P.S.: Wer sich mit den aufgeführten Problemen intensiver beschäftigen möchte, dem empfehle ich, das Buch "Der grosse Entwurf" von Stephen Hawking selbst zu lesen. Darin werden noch mehr grundlegende Argumentationen zu dem Sachverhalt aufgeführt, die hier in der Kürze nicht alle aufgezählt werden konnten.


9. Anmerkungen:

[1] : Die Relativitätstheorie in der Praxis: Unsere Navigationsgeräte funktionieren über das GPS Satellitensystem. Damit wird eine Genauigkeit von rund 10 m zur Lokalisierung eines Punktes auf der Erde erreicht. Dies gelingt, weil bei der Berechnung der Koordinaten durch das System, die Relativitätstheorie von Albert Einstein mit berücksichtigt wird. Würde man diese vernachlässigen und nur nach der klassischen Newton Mechanik die Berechnungen durchführen, würden Lokalisierungsfehler von rund 10 km auftreten. Dies ist ein aktueller praktischer Nachweis, dass die Relativitätstheorie stimmt.
Hier ein Beitrag dazu: 
  Navigieren mit Satellit: GPS    [zurück]

[2] :
Dies sind:  0,00000000000000000000000000000000001 m.  [zurück]

[3] :
Meine Vorhersage in dem Artikel, "Das Internet, das vorläufige Ende einer Informationsevolution" von 2008 mit der verbesserten Internetversorgung per Handy hat sich durch die Weiterentwicklung und Verbreitung der Smartphones inzwischen bewahrheitet.  [zurück]

[4] : Was meinte Albert Einstein dazu? Hier ein Zitat: "Was Sie über meine religiösen Überzeugungen lesen, ist natürlich eine Lüge, und zwar eine, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und habe das auch noch nie verhehlt, sondern immer klar zum Ausdruck gebracht. Wenn in mir etwas ist, das man als religiös bezeichnen kann, so ist es die grenzenlose Bewunderung für den Aufbau der Welt, so weit unsere Wissenschaft ihn offenbaren kann."  [zurück]



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Letzte Änderung : Februar 2014                                                                             Home
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